Aviation in a Nutshell

Airspaces/Lufträume


Last Update:22.11.2003
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Die Ortschaft oder Stadt mit ihrem Bürgersteigen, parkenden Autos am Strassenrand, Kreuzungen, und Ampeln sind uns von Kindheit an bekannt und selbstverständlich. Da sind sie alle unterwegs: Der Fussgänger, der Fahrradfahrer, der Individualist mit dem eigenen Auto.
Jenseits der Ortsgrenzen sind da die Landstrassen, die zur nächsten Stadt führen, manche gar ausgebaut zu Bundesstrassen. Hier verliert sich dann das Fussvolk, und auch Fahrradfahrer werden seltener. Und schliesslich das Netz der Autobahnen, das ganz Europa durchzieht, zu benutzen nur durch Kraftwagen.

Nun, ähnlich verhält es sich mit der Struktur des Luftraums. Vergleichbar den verschiedenen Arten von Strassen mit unterschiedlichen Regeln, Geschwindigkeitsgrenzen (auch Mindestgeschwindigkeiten) gibt es unterschiedliche Luftraumklassen, sieben an der Zahl von A bis G mit unterschiedlichen Regeln, Einschränkungen und Vorschriften. Ein Luftraum einer bestimmten Klasse hat laterale, das heisst seitliche und vertikale Ausdehnungen, die ihn begrenzen.

Class A: For the Chosen Few

Die stärksten Einschränkungen existieren beim Luftraum der Klasse A, dort ist nur bestimmter nach Instrumentenflugregeln (IFR für Instrument Flight Rules) navigierender Flugverkehr zugelassen. Sowohl Flugzeuge wie Piloten müssen dabei Mindestvorraussetzungen an Ausrüstung und Fähigkeiten besitzen. Hier sind nahezu alle Verkehrsflugzeuge auf ihrer Reiseflughöhe zu finden. Die Flugbewegungen werden auf Radarschirmen von Fluglotsen überwacht, das heisst, sie unterliegen allesamt der Flugverkehrskontrolle. Da sämtlicher Verkehr untereinander mittels Radar von den Lotsen auf Abstand gehalten wird, spielt die Sicht nach aussen und damit das Wetter keine besondere Rolle.
Die Ausdehnung dieses Luftraums Klasse A nach unten, zur Erde hin, heisst Untergrenze und liegt meist bei etwa 6 Kilometern über Meereshöhe. Entsprechend gibt es eine Obergrenze. Die ist entweder unbegrenzt (unlimited) oder liegt bei 15 - 20 Kilometern. Dieser Luftraum stellt also nicht nur die höchsten Anforderungen an Mensch und Material und hat die einschneidensten Regeln, sondern liegt auch am höchsten. Hier befinden sich, wenn man so will, die Autobahnen des Himmels, mit dem Unterschied, dass hier de facto, nicht de jure ausschliesslich der kommerzielle Verkehr der Linien- und Chartergesellschaften anzutreffen ist: It's for the chosen few. In Deutschland gibt es diesen Luftraum nicht.

Class B: Big and Busy

Ein Stockwerk tiefer liegt dann, zumindest in der Nähe von Mega-Airports wie O'Hare (in Chicago) oder JFK (in New York) Luftraum der Klasse B. Er hat die Form einer auf den Kopf gestellten Hochzeitstorte: kreisrund und im Durchmesser abnehmend, je näher er dem Erdboden kommt. Es entsteht so eine Art Trichter mit dem Flughafen als Spitze. Von allen Himmelsrichtungen kommend sinken die Flugzeuge in ihn hinein und bahnen sich so ihren Weg zur Landung oder steigen aus ihm hinaus und hoch auf ihre Reiseflughöhe.
Auch hier spielt die Sicht nach aussen aufgrund der Luftraumüberwachung eine untergeordnete Rolle, zumindest was den IFR-Verkehr angeht. Im Gegensatz zum Luftraum A findet hier auch der nach Sichtflugregeln (VFR für Visual Flight Rules) statt, das heisst, es darf nicht in Wolken eingeflogen werden, damit Sichtkontakt zu anderem VFR-Verkehr sicher gestellt ist. Die Gewährleistung eines ausreichendenen Abstands zwischen Luftfahrzeugen obliegt der Flugverkehrskontrolle.
Luftraum der Klasse B umgibt ausschliesslich nur die grösten und geschäftigsten Flughäfen dieser Welt; man kann sich das B auch stellvertretend für big und busy vorstellen. In Deutschland gibt es diesen Luftraum nicht.

Class C

Diese Luftraumklasse wird für Flughäfen mit geringeren Verkehrszahlen errichtet, oder aber dann, falls Luftraum B generell keine Verwendung findet, wie zum Beispiel in Deutschland. Der Flughafen Frankfurt ist so ein Beispiel; er ist umgeben vom Luftraum C. Nach oben hin ist dieser Lauftraum, falls vorhanden, durch A begrenzt oder ersetzt diesen in seiner Ausdehnung. Er reicht entweder bis zum Erdboden oder geht in den bis zum Boden reich enden Luftraum D über. Auch C hat die Form einer umgedrehten Hochzeitstorte, deren Durchmesser nach unten hin immer mehr abnimmt.
Ausreichender Abstand sowohl zwischen IFR Verkehr untereinander wie auch zwischen IFR und VFR-Verkehr wird auch hier durch die Flugverkehrskontrolle sichergestellt. Für den im allgemeinen sehr viel langsameren und wendigeren Sichtflugverkehr (VFR) geben die Lotsen im Gegensatz zu B lediglich Verkehrsinformation. Daher sind die Wetter-Minima, das heisst die Anforderungen an Sichtweite und Abstand zu Wolken höher als beim Luftraum A:
In Deutschland findet sich diese Luftraumklasse ausser an den Verkehrsflughäfen auch ab einer Höhe von drei Kilometern über dem Meeresspiegel.

Class D: For Airports only

Diese Luftraumklasse ist auch für den fliegerischen Laien leicht zu erkennen, umfasst er doch nur den Flugplatzbereich und die unmittelbare Umgebung. Typischerweise beginnt dieser Luftraum etwa fünf Kilometer vom Platz entfernt und erstreckt sich vom Erdboden bis zu einer Höhe von etwa siebenhundert Metern. Kontrolliert wird er von den Lotsen im Tower des betreffenden Flugplatzes. Dieser erteilt Start und Landegenehmigungen für alle nach Sicht- wie nach Instrumentenflugregeln teilnehmenden Luftfahrzeuge und dient damit der koordinierten Abwicklung von Starts und Landungen und den in der Platzrunde befindlichen Verkehr.

Class E: Unterwegs nach Sichtflugregeln

Alles, was nicht zu den vorgenannten Luftraumklassen gehört, ist Luftraum E. Ausser in der Nähe von Verkehrs- und Regionalflughäfen (Münster-Osnabrück, Dortmund, Hahn oder Möbchengladbach) ist dieser Luftraum mit einer Untergrenze von siebenhundert bis 300 Metern über dem Erdboden anzutreffen. Darunter liegt der noch verbleibende Luftraum F, darüber in einer Höhe von drei (Deutschland) bis sechs (USA) Kilometern liegt Luftraum der Klasse C oder A.
Es handelt sich zwar um kontrollierten Luftraum, das heisst, Flugziele werden per Radar erfasst, aber die meisten Flugzeuge sind nach Sichtflugregeln unterwegs und meist leichte ein- oder zweimotorige Maschinen mit wenigen Sitzplätzen. Die grossen Airliner mit ihren Düsenmotoren und Geschwindigkeiten um acht-, neunhundert Stundenkilometern finden sich hier nicht; diese befinden sich auf ihrer Reiseflughöhe von etwa zehn Kilometern auch viel, viel höher. Im Gegensatz zu den vorgenannten Lufträumen ist keine Einflugfreigabe durch die Flugsicherung einzuholen. Auch ist kein Kontakt zu dieser während des Fluges aufrecht zu erhalten. Stattdessen sind andere Flugzeuge durch Beobachten, also visuell zu erfassen und ihnen gegebenfalls nach bestimmten Regeln auszuweichen. Wieder ist es das Wetter, oder genauer, die Flugsicht und die Entfernung zu Wolken, welche die "Einfluggenehmigung" erteilen: Mindestens fünf Kilometer Flugsicht sowie ein vertikaler Abstand von mindestens dreihundert Metern zu Wolken sind für die Nutzung dieses Luftraums erforderlich.

Class F

Die letzte noch existierende Luftraumklasse ist auch die anspruchloseste und am tiefsten liegende: Vom Erdboden bis in maximal sechshundert Meter Höhe reichend ist hier ausschliesslich Sichtflugverkehr zugelassen; Radarabdeckung, Vorrausetzung für IFR-Flüge kann hier aufgrund der Bodennähe nicht gewährleistet werden. es handelt sich quasi um das totale Gegenstück zur Luftraumklasse A.
Doch obwohl dieser Luftraum also nur von Sichtfliegern genutzt werden darf, findet man die fälschlicherweise als Sportflugzeuge bezeichneten Flugezuge weiter oben im Luftraum E: Die erforderliche Hindernisfreiheit von Fernsehtürmen und Hochspannungsleitungen, und die bessere Übersicht zur Orientierung in der Landschaft sowie die mit der Höhe abnehmende Beeinträchtigung durch Motor- und Propellergeräch sind hier die ausschlagebenden Gründe.
Apropos Fluglärm: Erzeugt eine typische einmotorige viersitzige Maschine wie der Hochdecker Cessna 172 bei Startleistung um die 70 db(A), kommen von der gleichen in nur einem Kilometer Höhe mit Reiseleistung fliegenden Maschine weniger als 60 am Boden an. Allein der durch den Strassenverkehr erzeugte Lärm ist weitaus höher.

Class G

To be done.