Heute nun heißt es Abschied nehmen. Zehn Tage sind vorbei, schneller als uns lieb ist. Sogar der Regen hat nachgelassen, wie aus Mitleid. Die Rucksäcke und Taschen sind schon vor dem Frühstück gepackt. Irgendwie hat so ein letzter Urlaubstag etwas Unstetes, Nervöses an sich. Um dreizehn Uhr fünfzig geht unser Flug EI055 von Galway nach Dublin. Nach Meinung meiner Mitreisenden sind wir zu früh am Flugplatz, etwa eine Stunde haben wir noch Zeit. Für mich aber brauch ich diese Zeit. Gerade so ein verschlafener Flugplatz wie der von Galway hat etwas Besinnliches. Olli und Ekkehard nehmen diese meine Laune hin; sie hätten noch einen Bummel durch die City vorgezogen.
Am Flughafen in Dublin haben wir nochmal eine knappe Stunde
bis zu unserem Weiterflug nach Düsseldorf. Da sind wir dann nochmals in
der Kneipe im Transit, und ich bestelle ein Harp zu einem beinahe
kriminellen Wechselkurs (habe keine irischen Pfund mehr).
Um sechzehn Uhr fünfzehn dann bringt uns EI698 nach
Düsseldorf. Bei einem letzten gemeinsamen Essen beim Chinesen klingt
dieser Urlaub dann endgültig aus, Olli verabschiedet sich während
Ekkehard ob der späten Stunde bei mir übernachtet und den Zug am
nächsten Morgen nimmt.
Eine Rucksacktour an Irlands Westküste



Diese zehn Tage in Irland sind nun schon mehr als fünf Jahre
vergangen. Die Idee zu diesem gemeinsamen Urlaub kam, glaube ich, ein,
vielleicht sogar zwei Jahre zuvor auf. Seitdem war keiner von uns mehr dort
auf der Insel, noch waren wir drei woanders zusammen unterwegs. Ich war
seitdem fünfmal in den Staaten, dort, wo alles größer, einmaliger
und (un)möglicher ist als woanders auf der Welt. Und dennoch: Dieses
Stück Land, nicht mal zwei Jet-Stunden entfernt, zieht mich immer noch
an. Ich möchte da gerne wieder hin - am liebsten mit meinen zwei Freunden.