Den ersten Menschen dieses neuen Tages treffe ich
draußen vor dem B&B. Seven fifteen antwortet er mir nach
einem Blick auf seine Uhr. Ich schlendere hinaus zum Kai. Der Himmel ist
bedeckt. Es ist still an diesem Morgen hier in Doolin. Nach dem
Frühstück treffen wir uns dann und fahren mit dem Bus bis zum
Besucherzentrum draußen an den Klippen.
Heute nun geht es die Klippen entlang bis zu ihrem
Südende bei Hags Head. Man sieht die kleine Turmruine schon vom
Besucherzentrum aus. Auf dem Weg dorthin gibt es keine großen
Steigungen, es ist sehr flach. Zunehmend verliert der weiche, grasbewachsene
Boden, bis schließlich nur noch Fels, Stein und Geröll übrig
sind. Wenige nur, die bis hierher wollen. Am O'Briens Tower, da tummeln
sie sich, die Menschen.
Wir brauchen etwa neunzig Minuten für den Weg. Die etwa drei Kilometer
entfernte Ortschaft, die von hier aus zu sehen ist, heißt Lahinch.
Am Hags Head angekommen, kann man bei entsprechender Vorsicht ein gutes
Stück tiefer steigen. Von hier zurück zum Besucherzentrum gehen wir
den gleichen Weg, den wir gekommen sind. Es ist auch möglich, ein kurzes
Stück querfeldein bis zur Straße zu gehen, und von dort nach Lahinch,
wo der Bus hält, aber man spart weder Zeit noch ist es besonders
reizvoll. Gegen sechzehn Uhr sind wir wieder an unserem Ausgangspunkt.
Allmählich spüren wir doch die Anstrengungen der
letzten Tage. Trotzdem, Olli und ich wollen dann doch noch einmal in die
Klippen. Etwas nördlich, dort, wo wir gestern nachmittag her kamen, da
gibt es einen schmalen Pfad die Klippen runter. Aus der Entfernung sieht das
sehr verlockend aus. Dann sind wir an der Stelle, und ein kleiner Trampelpfad
führt abwärts. Rasch wird er sehr steil und eng, nicht mal einen
halben Meter breit. Ein Felsbrocken gibt uns Halt. Wir tasten uns vorsichtig
an ihm herum den Pfad weiter entlang, machen dann aber Halt. Etwas weiter
sehen wir Bergziegen. Tatsächlich zieht sich der Weg serpentinenhaft bis
hinunter auf Meereshöhe. Aber auch von hier sehen wir schon zu den
Klippen rauf statt nur von ihnen runter. Die Perspektive ist beeindruckend.
Aber wir machen uns dann doch wieder auf und zurück zu Ekkehard, den wir
am Besucherzentrum zurück ließen.
Als wir kurz nach sieben dann den Bus zurück nach Doolin
nehmen, bleibt nicht uns nicht viel Zeit. Im Doolin Cafe möchten
wir unsere Reservierung nicht verlieren, und für acht haben wir uns dort
angekündigt. Wie schon gesagt, ein Besuch ist wirklich zu empfehlen. Der
kleine Raum bietet einigen wenigen Tischen Platz und hat eine eigene
Atmosphäre. Das Essen dürfte auch Feinschmeckern genügen.
Nachts ist es draußen besonders finster. Das gilt für Irlands
Straßen allemal, wo es selten Beleuchtung gibt. Ist dann Neumond, oder
Stratus macht den Himmel zu, so ist es wirklich zappenduster. Die paar hundert
Meter ziehen sich hin. Es ist zwölf, als für uns der Tag zu Ende
geht. Die Fußarbeit der letzten drei Tage zeigt erste Wirkung. Kaum im
Bett, zieht der Schlaf hinauf. Weiter...
Eine Rucksacktour an Irlands Westküste