Das Nieseln der Nacht hat sich zum Landregen entwickelt. Ich höre den Regen, noch ehe ich ganz wach bin und die Augen öffne. Dumm, denke ich, daß ich keine Regenjacke dabei habe. Und: Daß das jetzt bloß nicht für den Rest des Urlaubs weiter regnet.
Auf Doolins einziger Straße geht es
landeinwärts in Richtung Lisdoonvarna, und dann wieder auf die
Küste zu. Unbewachsener, steinerner Boden zieht sich endlos dahin. Hier
gibt es keine Graskoppeln mehr, und weidende Schafe oder Kühe, sonst
überall auf bis an den Atlantik reichende Koppeln anzutreffen, sucht man
vergeblich. Keine Pubs und Besucherzentren. Keine best points to take pictures.
Diese monotone Steinigkeit wertet man entweder als einzigen großen best
point oder nicht. Gesamtkunstwerk oder Wüste. So etwas muß man
mögen oder es sein lassen. Bei sonnigem, stabilen Wetter bis hoch zum Black
Head wandern und dann weiter bis Ballyvaughan und dann mit dem Bus
zurück, diesen Plan können wir heute leider nicht umsetzen. Kurz vor Dereen
dann ein heftiger Schauer. Olli wechselt Anorak gegen Regenjacke und leiht mir
jenen. Meine Jeansjacke ist jetzt hier wirklich fehl am Platz. So geht es auf
der nahen Landstraße ostwärts auf ein Waldgebiet zu, dem einzigen
hier in der Gegend. Auf diese Weise sind wir wenigstens vor dem Atlantikwind geschützt.
Bis nach Lisdoonvarna hin begleitet uns dann der
Nieselregen, um dann unvermittelt in Platzregen überzugehen. Schutz
finden wir in einem Pub, und da gibt's dann auch Kaffee für mich und Tee
für die beiden andern. Und später Harp und Guinness.
Wäre da nicht dieser alberne Landregen, wir brächen wieder zu
Fuß auf zurück nach Doolin. So aber warten wir auf den Bus.
Moher. Zu den Klippen hier werde ich immer wieder zurückkehren.
Für eine Wanderung durch den Burren braucht es auch mehr als einen
Tag, zwei mindestens. Die Region gewinnt an Tiefe, bringt man Zeit und
Muße mit. Mit einem Wagen geht es viel bequemer, das sehen auch viele
Füße so. Und der Regen bleibt draußen. Leider auch der
unmittelbare Kontakt zu den Dingen ringsum.
Und dann wäre da noch dieses riesige Pub rechts der Straße, die vom Kai am Campingplatz vorbei hinein nach Doolin fährt. So ungefährt muß das Hofbräuhaus aussehen. Kellner wieseln durch die Gänge und wischen auf den Tischen herum. Von irgendwo her dringt Bayerisches zu uns an den Tisch. Das Harp ist unverändert gut. Ich gehe dennoch früh heute abend und lasse Olli und Eckehard zurück. Mein Körper verlangt nach ein paar Stunden zusätzlichen Schlafes. Weiter...
Eine Rucksacktour an Irlands Westküste