Diese Expressway-Busse gleichen den bekannten Reisebussen. Nur von außen zugänglich die großen Stauräume für jegliches Gepäck, sei es Rucksack oder auch ein Fahrrad. Fürs Irlandreisen ohne eigenen oder gemieteten Wagen ist der Expressway-Dienst von Bus Eireann eine recht zuverlässige Sache. Es gibt einen Liniendienst. Der Timetable, gültig für ein Jahr, ist auch in Deutschland zu erhalten.
Nun sind wir Drei also wieder unterwegs, hin zu unserer letzten Station, nach Galway. Mit knapper Verspätung hält der Bus kurz vor halb elf an den Ashford Gates, nimmt uns, unser Gepäck und noch ein paar Rastlose auf. Knapp fünfundvierzig Minuten dauert die Fahrt. Auf der R 334 geht es südwärts. Kurz hinter Ross Abbey, etwa nach der Hälfte der Strecke, geht es auf der besser ausgebauten Nationalstraße 84 weiter. Die Karte weiß von einigen Orten jenseits des Weges, von Cross und Monthenry, von Ballyhale und Cloonboo. Dort fand man uns nicht. Die Wälder von Cong, die verschlungenen Wege zwischen den Bäumen und die Höhlen, der Lough Corrib, im Süden in die Galway Bucht mündend, mit seinen Inseln, das nehmen wir nun mit.
Gegen viertel nach elf sind wir im Zentrum Galways. Am
Hauptbahnhof. Unweit die Straßen der City, Kaufhäuser, Banken.
Keine Schilder oder Hinweise auf B&Bs. Jedenfalls sehen wir keine.
Was da hilft ist, sich an das Tourist Info erinnern. Das muß hier
um die Ecke sein, ein oder zwei Straßen weiter.
Wir finden es kurz darauf. Es liegt an der gleichen Straße, wo wir vor
zehn Tagen vom Bus der Aer Aran abgeholt wurden, zum kleinen Flugplatz
weiter draußen im Westen für den kurzen Trip zu den Inseln hin.
Das Tourist Info hat etwas von einem Kiosk. Da gibt es
Regale, Auslagen mit Broschüren drauf, Flugblättern und Infos, alles
kostenlos. Und es gibt da allerlei Arten von Karten, Auto-, Land und
Wanderkarten, Bildbände und Bücher, alles kostenpflichtig.
Zimmervermittlung betreibt man hier auch. Für die zuständige Dame am
Schreibtisch weiter hinten die alltäglichste Sache der Welt. Zimmer?
Sicher, wie Sand am Meer oder besser: wie Guinness im Pub. Geht auch nie aus.
Wir hingegen, mittlerweile gewohnt Hinweise auf Unterkünfte am
Straßenrand und Ortseingängen zu finden, selbst nachzufragen und
nicht abgewiesen zu werden, sind nun ein wenig hilflos. Doch schon hat das Tourist
Info eine Unterkunft für uns gefunden, die Dame eine Stadtkarte in
der einen und einen Stift in der anderen Hand und skiziziert routiniert eine
Wegbeschreibung für uns. Städte sind schon kompliziert
Ich erstehe dann noch West of Ireland Walks,
geschrieben von einem gewissen Kevin Corcoran. Da sind unsere
Wanderungen beschrieben, sinngemäß und noch viele andere mehr.
Schon sind wir auch wieder unterwegs, leihen uns zwischendurch noch etwas Geld
an einen dieser netten Automaten und finden das B&B wie geplant. Es liegt
gut fünfzehn Minuten vom Zentrum entfernt zur Galway Bay hin, nahe
der Ausfallstraße nach Salthill.
Hier gibt es vielleicht unaufgeräumte Kellerräume, sicher aber keine geheimnisvollen Höhlen.
Einen Hafen haben sie hier, mit vielen Containern und Schiffen, die niemals auf eine Kreuzfahrt gehen und auch
keine Fischer, die am Kai ihre Netze knüpfen vor dem nächsten Fang.
Letztes Jahr habe ich welche gesehen, ungelogen - an einem der kleinen
Häfen im Westen. Hier aber ist alles schon ein wenig Großstadt:
Tatsächlich ist Galway die drittgrößte Stadt der Insel.
Unser Zimmer hat drei Einzelbetten. Da liegen wir nun und sind einfach nur
noch Füße. Einer von uns ganz besonders. Die Mittagsstunde streicht
vorbei. Dann aber raffen wir uns auf in die City. Viel gibt mein
Tagebuch über diesen Tag nicht mehr her, aber an den Bummel in den
kleinen, engen Straßen mit den Geschäften, Pubs und Restaurants
erinnere ich mich schon. Und da haben wir wohl auch ein, zwei Adressen
vorgemerkt für den Abend; eine zum Essen und die andere zum Trinken.
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Eine Rucksacktour an Irlands Westküste